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Die beste Geige für dich – Meine Empfehlung 2019

Sebastian (Online-Redakteur) 9.542 Aufrufe

So findet du die richtige Geige für dich. Egal ob du eine Geige für Kinder, Anfänger oder Fortgeschrittene suchst. Meine Empfehlung zeigt dir genau, auf was du vor dem Kauf achten solltest.

Was für eine Geige suchst du?

Häufig gestellte Fragen:

Öfter als bei anderen Instrumenten, stellt man sich bei einer Geige immer die Frage, ob man selbst oder das eigene Kind überhaupt begabt genug ist, dieses Instrument zu lernen. Auf den ersten Blick ist diese Frage verständlich. Bei Klavieren sind die schwarzen und weißen Tasten fein säuberlich nebeneinander aufgereiht, Gitarrenhälse verfügen über nicht weniger deutlichen Bundstege und Harfen haben Saiten, die vorne kurz und hinten lang sind. Aber eine Geige? Auf dem kurzen Griffbrett einer Geige gibt es keine Orientierungspunkte. Einzige Spielhilfe ist das Gefühl. Und genau das mag das Besondere an diesem Instrument sein. Ohne Gefühl geht hier gar nichts. Und wir hören genau, wer sich beim Spielen seinen Gefühlen hingeben kann.

Die wesentlichsten Bauteile dieses Saiteninstruments sind der Resonanzkörper, die Saiten und der Steg. Vereinfacht gesagt, erzeugt das Streichen mit dem Bogen über die Saiten den Ton, der durch den Korpus verstärkt wird. Hierbei muss der Resonanzkörper ganze Arbeit leisten, denn die Töne, die Bogen und Saiten erzeugen, sind sehr leise. Diese hohen Anforderungen an Tonvolumen und Klangfülle konnten im Laufe mehrerer Jahrhunderte erfüllt werden. Moderne Geigen industrieller Fertigung sind technisch hoch entwickelte Instrumente mit meist barockem Aussehen.

Es ist daher nicht verwunderlich, wenn es viele Menschen erstaunt, eine gute Geige für wenig Geld erhalten zu können. Vorläufer der Geigen sind die europäische Fidel und die arabische Rebec, aus denen sich dann die ersten Violen und Gamben entwickelt haben. Die Vorbilder unserer heutigen Geigen stammen aus Oberitalien, wo sich zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert eine wahre Meisterschaft im Geigenbau entwickelte. Noch heute schwärmt alle Welt von der Stradivari, obwohl das Geheimnis ihres Klanges noch immer nicht entschlüsselt wurde.

Der Korpus einer Geige besteht aus Decke, Boden und Seitenteilen. Für die Decke wird meistens Fichtenholz verwendet, das langsam gewachsen und über mehrere Jahre gelagert sein sollte. Für den Boden werden überwiegend Ahorn, aber auch Nussbaum und Kirsche verwendet. Selten findet man zudem Pappel oder Weide. Die Decke wird mit dem Boden über die Seitenteile (Zargen) verbunden. Sämtliche Holzelemente einer Geige dürfen nur verleimt werden. Dazu wird ein wasserlöslicher Knochenleim verwendet. Somit kann eine Geige wieder zerlegt werden, wenn sie auf 50 bis 60°C erwärmt wird. Wichtig ist also, dass eine Geige somit repariert werden kann.

Auch der Hals einer Geige wird an den Korpus geleimt. Auf ihm befindet sich das Griffbrett, das vorzugsweise aus dem sehr harten Ebenholz bestehen sollte. Der Hals endet in einer Schnecke, vor dem sich der Wirbelkasten befindet. Hier werden die Saiten an den Wirbeln befestigt und dann über das Instrument bis zum Saitenhalter geführt.
Ein wichtiger Teil ist zudem der Steg, über den die Saiten verlaufen. Dieser Steg hält die Saiten nicht nur über dem Korpus. Vor allem überträgt er die Schwingungen auf den Resonanzkörper.

Im Prinzip haben wir die Geige jetzt fertiggestellt. Aber es fehlen noch drei Dinge. Da ist zuerst der Lack, der dem Instrument sein charakteristisches Aussehen verleiht. Die traditionelle Palette reicht von einem sehr dunklen braun bis hin zu einem leichten orange. Hier ist alles Geschmackssache. Und nun wird es fast mystisch. Jetzt bekommt die Geige eine Seele. Diese besteht vor allem aus der Stimme. Dabei handelt es sich um einen kleinen Stab aus Fichtenholz, der zwischen Decke und Boden platziert und nicht verleimt wird. Gute Geigenbauer finden die richtige Position dieses Stimmstabes sehr schnell, obwohl sie bei jedem Instrument variiert. Ebenso verhält es sich mit dem Bassbalken. Aus dies ist ein längliches Holz, das im Bereich der tiefen Saiten unter die Decke geleimt wird. Die richtige Position beider Hölzer bestimmt die Resonanzübertragung und somit auch den Ton einer Geige.
Man sieht also, dass die Geige eine lange Geschichte hat und ihre Fertigung sehr viel mehr ist, als das bloße Verleimen von Hölzern.

Geige für Anfänger

Anfänger möchten vor allem sofort loslegen können und ausprobieren, wie es sich anfühlt, dieses wunderbare Instrument anzusetzen. Von daher ist es empfehlenswert, sich ein Komplettset anzuschaffen. Denn neben dem Instrument selbst, benötigt man noch den Bogen, eine sichere Transport- und Ablagemöglichkeit, gute Saiten, aber auch eine Schulterstütze, die meistens nicht im Angebot enthalten ist.

Wie bei allen Streichinstrumenten gibt es auch bei Geigen unterschiedliche Größen. Diese Größen werden meistens als Brüche angegeben, wobei es sich meisten um Unterschiede von 6 Prozent handelt. Gitarrenlehrer empfehlen, dass bei ausgestreckter Hand alle Finger die Schnecke umschließen können sollten. Aber dies gibt nur einen Anhalt. Am besten ist es immer, ein Instrument auszuprobieren, bevor man Geld dafür ausgibt.

Auf jeden Fall gibt es sehr viele hervorragende Geigen, die für Anfänger genügen und oft gerne danach noch weiter verwendet werden. Ein sehr gutes Einsteigermodell ist zum Beispiel diese Geige von Steinbach.

Geige für Anfänger
Steinbach 4/4 Geige im SET

Geige für Fortgeschrittene

Wer schon länger Geige spielt, stellt selbstverständlich höhere und oft sehr individuelle Ansprüche an sein Instrument. Denn beide haben eine Seele. Das Instrument wie auch die Person, die darauf spielt. Oft sind es Dinge, die für andere nur Kleinigkeiten sind, für die Musiker und Musikerinnen jedoch von großer Bedeutung sind. Die Auswahl an guten Geigen ist mittlerweile jedoch so groß, dass nur noch ausgesprochene Virtuosen sich eine Geige auf den Leib schneidern lassen müssen.

Hier eine Geige für fortgeschrittene Geigenspielerinnen und -spieler:
Geige für Fortgeschrittene
Stentor Graduate Violingarnitur 4/4

Geige für Kinder

Denkt man an Kinder und Musik, fällt einem auch unweigerlich die Geige ein. Das ist kein Wunder, denn wie viele hervorragende Geigensolisten gibt es, die schon als Kind begonnen haben, dieses Instrument zu spielen?
Zum Glück gibt es Geigen in unterschiedlichen Größen. Die größten sind 4/4-Geigen, die kleinsten 1/16. Die reguläre 4/4-Geige können Kinder ab dem Alter von 10 Jahren oft problemlos bewältigen. Die kleinen 1/16-Geigen sind eher etwas für kleine Kinder ab 3 Jahre.

Doch es sollte immer getestet werden. Nicht nur Musikhäuser bieten diese Möglichkeit. Auch im Online-Geschäft hat man zumindest ein Rückgaberecht. Oft wird nach guten alten Geigen gefragt. Sicherlich gibt es von Meisterhand restaurierte Modelle, die einen ganz besonderen Klang haben. Doch meisten sind diese Geigen auch sehr teuer.
Zudem gab es auch früher schon schlechte Produkte und zudem können Geigen auch im Laufe der Jahrzehnte beschädigt worden sein.

Wer da auf Nummer sicher gehen will, sollte eher zu einem neuen Modell mit ausreichender Garantie zurückgreifen.
Dies ist zum Beispiel eine Geige, die für Kinder gut geeignet ist:
Geige für Kinder
Steinbach 1/4 Geige im SET

Geige für Verrückte

Und nun die Augen geschlossen und gedanklich auf die Konzertbühne versetzt. Wer sehr gut spielt und über das nötige Geld verfügt, findet auf dem Geigenmarkt eine riesige Auswahl erstklassiger und exklusiver Instrumente. Doch auch Sammler schöner Musikinstrumente können sich hier nach Herzenslust bedienen. Denn Geigen klingen nicht nur schön, sie sind es auch!

Hier ist so ein Modell, dass viele Herzen höher schlagen lassen wird:
Geige für Verrückte
Master Violin Guarneri des Jesus Made by Edgar Russ

Wie erkenne ich eine gute Geige?

Fangen wir mit dem weniger wichtigen an: dem Aussehen. Immer wieder findet man Geigen, die zwar sehr gut aussehen, aber eine minderwertige Qualität besitzen. Die Gefahr sich blenden zu lassen, besteht immer!
Wesentlich wichtiger sind gute Bespielbarkeit und Verarbeitung. Um das beurteilen zu können, gibt es einige grundlegende Kriterien, die eine Geige erfüllen muss. So ist es unabdingbar, dass der Winkel zwischen Korpus und Hals stimmt, die Mensur, die die Länge der schwingenden Saite bestimmt, muss korrekt sein sowie der Abstand zwischen Saite und Griffbrett. Zudem darf es nirgendwo scharfe Kanten geben oder irgendwo die Verleimung Mängel aufweisen. Dies alles kann man vor dem Kauf selbst leicht testen. So darf das Drücken der einen Saite niemals schwerer sein, wie das bei einer anderen Saite. Die Wirbel müssen sich leicht drehen lassen und unbedingt in ihrer Position bleiben.

Einen Unterschied macht es auch, ob die verwendeten Hölzer massiv sind, oder die Geige aus gesperrtem Holz besteht. Es gibt durchaus Geigen aus Sperrholz, die für den privaten Gebrauch und für das Hobby ausreichen. Den richtigen vollen Klang bieten jedoch nur massive Hölzer. Zu den wesentlichen Faktoren gehört also auch, wann und wo das Instrument zum Einsatz kommen soll.

Was benötige ich für Zubehör?

An erster Stelle steht da natürlich der Bogen. Doch dieser ist so selbstverständlich, dass wir ihn nicht weiter erwähnen müssen. Doch auch hier sollte verglichen werden. Es gibt Bögen, die schnell über die Saiten gleiten und einen hohen Ton ergeben und andere, die sich wie ein Reifenprofil in die Saiten greifen, was kräftigere Töne vor allem in den Tiefen ergibt.

Anna-Sophie Mutter spielt zum Beispiel mit schnellem und hoch klingendem Bogen, wenn sie Mozart spielt und bei Brahms greift sie zu einem kräftigeren und schwerer klingenden Bogen.

Der größte Freund des Bogens ist das Kolofonium. Dieses Pflegemittel sollte immer mitgeführt werden. Eine Schulterstütze kann dafür sorgen, dass die Arme nicht ermüden. Auch ein zusätzlicher Kinnhalter ist immer von Vorteil. Dieser dann eventuell auch aus einem anderen Material und in unterschiedlicher Größe.

Feinstimmer dienen nicht nur der größeren Genauigkeit, sie machen das Stimmen der Geige auch sehr viel einfacher. Da der Steg sich mit der Zeit krümmen kann, ist es von großem Vorteil, immer einen Ersatz dabei zu haben. Selbstverständlich bedürfen so hochwertige Instrumente auch spezieller Pflegemittel. In der kalten Jahreszeit, wenn die Geige der Heizungsluft ausgesetzt ist, sind auch spezielle Befeuchter von großem Vorteil. Und nicht zuletzt sollte an einen guten Geigenkoffer oder eine Tasche gedacht werden. Bestenfalls besitzen sie extra Taschen oder Fächer für das Zubehör und Notenmaterial. Bei Geigenkoffern für Kinder und Jugendliche sollte bedacht werden, dass diese auch „cool“ genug aussehen, dass die jüngsten sie auch gerne mit sich tragen.

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