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Interview: Sebastian von Musikgraph.de über Steampunk, The bianca Story und vieles mehr

von Sebastian (Online-Redakteur)

Mein Namensvetter Sebastian, der den Blog Musikgraph.de betreibt, stand uns Rede und Antwort. Die typischen 8 Musiksocke-Fragen geben einen genaueren Einblick in den Blog und die Person dahinter.

Stell doch kurz mal Musikgraph vor. Welche Themen behandelt ihr so?

Ursprünglich als reiner Musikblog gestartet geht es auf musikgraph.de mittlerweile auch um viele Soft- und Hardwaretests und ab und zu auch um rechtliche Aspekte. Wir testen verschiedenste Kopfhörer, Docking-Stations, mobile Lautsprecher, Musiksoftware uvm. Überwiegend geht es aber weiterhin um die gute alte Musik an sich. Alles was gerade frisch ist oder uns plötzlich (oder aufs Neue) von den Socken haut, kommt in den Stream und wird in die Welt getragen. Ich sehe das Bloggen an sich auch als große Chance unbekannten Künstlern einer breiteren Masse bekannt zu machen. Das ist mit ein Grund, warum es mir so Spaß macht! Die Musik muss einfach gefallen, ganz egal wie viel Geld und Promo dahinter steckt!

Musikalisch drehte sich ursprünglich alles im gitarrenlastigen Indie und Rock-Bereich. Durch die vielen Promos erweitert sich der musikalische Horizont jedoch meist recht schnell und ich habe unglaublich viel wunderbare Musik für mich entdecken dürfen, die ich sonst nie entdeckt hätte.

Ab und zu schreibt auch Janina den einen oder anderen Artikel. Ihr Musikgeschmack ist sehr besonders. Sie hat beispielsweise den Steampunk in den Blog gebracht, der uns in der US-amerikanischen Szene eine überaus große Bekanntheit gebracht hat. Da wird die Großartigkeit einer Band dann mal eben damit begründet, dass sie unter anderem bei uns gefeatured wurden. Das ist schon Balsam fürs Bloggerherz! Auch ich bin diesem Musikstil absolut verfallen und bin immer wieder begeistert. Wer mehr darüber erfahren möchte schaue in unserer Kategorie Steampunk vorbei. Besonders zu empfehlen sind hier bspw. The Cog is Dead oder Steam Powered Giraffe.

Logo von Musikgraph.de

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Wie kam es zu deinem Musikblog? Warum bloggst du?

Der Anfang des Blogs kam mehr oder weniger plötzlich. Schon lange hege ich ein großes Interesse für Musik und das Internet. Da liegt bei einer Interessenkombination das Bloggen gar nicht so fern. Oft habe ich für gemütliche Abende mit Freunden Mixtapes zusammengestellt und schon immer liebte ich tiefgründige Gespräche über Musik. Trotz allem weiß ich nicht, ob ich ohne Nicorola jemals mit dem Bloggen angefangen hätte. Liebend gern habe ich diese Blog gelesen (und tue dies noch immer) und plötzlich hat es „Klick“ gemacht und ich habe im November 2010 den Musikgraphen gestartet. Wie ich in Gesprächen mit anderen Bloggern erfuhr, scheint Nico der „Vater“ zumindest eines Teils der heutigen Musikblogger-Generation zu sein.

Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass sich überhaupt mehr als eine Hand voll Leser auf meinen Blog verirren würden. Was bis heute passiert ist, ist einfach der Wahnsinn! Der große Zuspruch macht große Freude und lässt mein Herz immer wieder höher schlagen!

Natürlich gibt es immer mal wieder kreative Durststrecken oder auch pure Lustlosigkeit. Das wird aber jeder, der umfangreich bloggt irgendwann verspüren. Nach meiner gerade beendeten Kanada-Reise bin ich jedoch nun wieder frisch und frei im Kopf und habe Spaß wie eh und je!

Was ist denn gerade deine Lieblingsplatte?

Meine absolute Lieblingsplatte ist „Coming Home“ der Schweizer Band The bianca Story, die im Januar dieses Jahres erschien. In der Kritik schrieb ich dazu: „Eine der größten Empfehlungen die ich euch aussprechen kann“, was den Nagel so ziemlich auf dem Kopf trifft. Ein Ohrwurm nach dem Anderen, von denen ich einfach keinen mehr aus dem Kopf bekomme. Ebenfalls sehr empfehlenswerte Platten sind „Submarine“ von den Scanners sowie „Love Shot“ von The Blue Van. Und unbedingt mal in die Alben der oben erwähnten Steampunk-Bands Steam Powered Giraffe und The Cog is Dead rein hören. Letztere arbeiten auch gerade an ihrem zweiten Album.

Kritik zu The bianca Story

Kritik zu The bianca Story

Hast du einen musikalischen Geheimtipp für uns?

Da können wir direkt an meine Worte der vorherigen Frage anknüpfen. Im deutschsprachigen Raum gibt es extrem wenige Blogs und Webseiten die sich mit dem Musik-Genre Steampunk beschäftigen. In dieser Szene schlummern großartige Bands, die hierzulande nur wenigen bekannt sind. Stöbert mal ein wenig und ihr werdet begeistert sein. Ansonsten ist mein musikalischer Geheimtipp die Band meiner Lieblingsplatte: The bianca Story aus der Schweiz.

Und machst du auch selbst Musik?

Ich spiele seitdem ich ein kleines Kind bin Schlagzeug. Mein schnuckeliges schwarzes Sonor Schlagzeug war für mich schon immer ein guter Rückzugsort. Viele verschiedene Launen und Gefühle können sehr gut mit Musik „behandelt“ und verarbeitet werden. Noch besser geht das nur mit selbst gespielter Musik. Tür zu, Kopfhörer auf und ab geht’s!

Außerdem habe ich viele Jahre Oboe gespielt und war damit eher klassisch unterwegs. Das ist nun aber schon einige Zeit her.

Vinyl, Tape oder CD?

Da steht ganz klar Vinyl an erster Stelle. Den Tape-Hype kann ich nicht nachvollziehen. Ich gehöre noch zu der Generation, die mit Walkmans (und später ja auch Discmans) aufgewachsen ist, bevor es irgendwann die ersten MP3-Player gab. Damals war es natürlich total geil, wenn man einen stylischen Walkman hatte und seine mühsam aus dem Radio aufgenommen Mixtapes hören konnte. Das habe ich geliebt, ohne Frage. Doch waren (und sind) Tapes enorm unpraktisch und ohne einen Bleistift in der Tasche konnte das Hörvergnügen auch schnell mal zuende sein!

Jahrelang habe ich eine CD-Sammlung aufgebaut, die durch viele Promos und weitere Eigenkäufe schon enorme Ausmaße angenommen hat. Ich verweigere mich keinesfalls der digitalen Musik, meine Lieblinge halte ich aber einfach gerne in der Hand.

Seit einigen Jahren wächst nun auch meine Vinyl-Sammlung. Vinyl versprüht einfach noch einen ganz anderen Scharm und das Aufsetzen der Nadel auf die Schallplatte ist mir immer wieder aufs Neue eine riesen Freude! Vinyl wird niemals aussterben. Der Tape-Hype der „Ich-hänge-mir-eine-Kassette-um-den-Hals-und-bin-cool“-Generation wird schnell wieder vorbei sein.

Benutzt du Spotify oder kaufst du dir die Musik klassisch im Laden? Wie kommst du an Musik ran?

Ich benutze Spotify, dies aber recht selten. Musikstreamingdienste erleichtern mir als Blogger und auch als Privatmensch extrem das Leben. „Oh, XY hat ein neues Album heraus gebracht? Schau ich doch mal schnell bei Spotify!“. So oder so ähnlich läuft es heutzutage. Früher musste man dazu erst einmal viele, viele Läden abklappern. Für mehr als „mal eben anhören“ nutze ich Spotify und Co. jedoch nicht.

Was nicht über Promos reinkommt und dennoch in meinem Regal fehlt, wird über Online- und Offline-Plattenläden nach Hause geholt. Gerne stöber ich in Plattenläden durch die Regale, meist ohne ein wirkliches Ziel!

Da steckst du sicherlich viel Zeit in die Musik und das Bloggen. Was machst du hauptberuflich? Und wie bekommst du das alles mit Musikgraph unter einen Hut?

Ich bin Student. Da habe ich mal mehr und mal weniger Zeit. Der Vorteil ist, dass ich mir die Zeit selbstständig einteilen kann und mal hier und mal dort Platz für das Bloggen finde. Immer wieder gibt es auch Phasen, in denen man gar keine Zeit findet. Das Bloggen und der Blog selbst sind mir jedoch so ans Herz gewachsen, dass ich mir selbst in größten Stressphasen einfach nicht vorstellen kann, jemals damit aufzuhören.

Vielen Dank für die ehrlichen Antworten! Den Blog findet ihr unter http://musikgraph.de/.

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